Der Tank ist leer – was nun?
Wir Einsatzkräfte sind es gewohnt, mit besonderen, nicht alltäglichen Belastungen umzugehen. Rettungs- und Feuerwehreinsätze sind nicht nur körperlich anstrengend, sondern manchmal auch psychisch belastend. Kein Wunder, sind wir doch immer wieder Situationen ausgesetzt, in denen wir mit extremem menschlichem Leid konfrontiert werden. Ob Anfänger oder Einsatzleiter - manche Einsätze gehen nicht spurlos an uns vorüber.
Manchmal lassen uns die schrecklichen Bilder einfach nicht los und wir haben ein mulmiges Gefühl vor dem nächsten Einsatz. Manchmal sind es aber auch einfach die vielen Eindrücke aus verschiedenen Einsätzen, die unseren persönlichen „Tank" immer wieder leeren.
Unsere Arbeit braucht starke Menschen. Stark sein heißt nicht nur, den Körper zu trainieren, sondern auch mit psychischen Belastungen bewusst und konstruktiv umzugehen. Dabei wollen wir - das PSU-Team der Freiwilligen Feuerwehr Brühl - Dich unterstützen. Außergewöhnliche Ereignisse wie schwere Unfälle, Gewalttaten oder Katastrophen rufen vorübergehend starke Reaktionen und Gefühle hervor.
Wie können sich psychische Belastungen auswirken?
90 Prozent der Betroffenen erholen sich wieder. Das braucht aber Zeit, manchmal bis zu drei Monaten. Unmittelbar nach einem belastenden Einsatz können folgende oder ähnliche Reaktionen auftreten:
- Bilder oder Ereignisse kommen immer wieder „hoch".
- Gereiztheit / Aggressivität
- Konzentrations- / Schlafstörungen
- Veränderung des Essverhaltens
- Orientierungslosigkeit
- Schuldgefühle
- Hilflosigkeit
- Niedergeschlagenheit
- Verstärktes Verlangen nach Alkohol oder Beruhigungsmitteln.
Diese und ähnliche Reaktionen sind nach einem außergewöhnlich belastenden Ereignis normal. Sie treten wellenförmig auf und klingen in der Regel nach einigen Tagen bis Wochen ab. - bis sie schließlich ganz verschwinden.
Was kann man tun?
Darüber reden! Das hilft!
Wenn Du ein besonders belastendes Ereignis erlebt hast, kann es helfen, Dir etwas Ruhe zu gönnen. Nimm Dir Zeit, um das Geschehene zu verarbeiten und Dich zu erholen.
- Achte vermehrt auf Deine momentanen Bedürfnisse:
- Unterdrücke Deine Gefühle nicht, sprich mit vertrauten Personen
- Versuche, so schnell wie möglich zu Deinem gewohnten Alltag zurückzukehren
- Überfordere Dich nicht und warte jetzt mit wichtigen Entscheidungen
- Habe Geduld mit Dir selbst, um das Erlebte zu verarbeiten.
- Versuche bei Dingen, die Dir Freude machen zu entspannen
- Nimm psychologische und/oder seelsorgerische Hilfe in Anspruch.
Was können Angehörige und Freunde für Dich tun?
Das Verständnis von Angehörigen und Freunden kann wesentlich dazu beitragen, dass das Erlebte von der betroffenen Person besser verarbeitet wird. Oft hilft es schon, ein offenes Ohr zu haben und dem Gegenüber zu signalisieren, dass er mit seinen Bedürfnissen nicht allein ist.
Nach manchen Ereignissen kann die organisatorische Hilfe - eine „helfende Hand"
entlastend wirken. Grundsätzlich ist es jedoch wichtig, die Betroffenen bei der Wiederaufnahme eines geregelten Tagesablaufs zu unterstützen
Besserung ist nicht in Sicht — Wie geht's weiter?
Es kann vorkommen, dass dich Ereignisse auch nach vier Wochen weiterhin so stark belasten, dass
- Du den Eindruck hast, Deine Empfindungen und Gefühle normalisieren sich nicht mehr
- Du vermehrt oder dauerhaft unter Schlafstörungen oder Alpträumen leidest
- Du weiterhin Orte oder Situationen meidest, die Dich an das Ereignis erinnern
- Deine Arbeitsleistung dauerhaft nachlässt
- Deine Beziehung stark darunter leidet
- Du mit niemanden über Deine Gefühle sprechen kannst, obwohl Du das Bedürfnis dazu hast
Dann ist professionelle Hilfe erforderlich
Wir mit Dir!
Wir — das PSU-Team der Feuerwehr Brühl und die PSU-Teams der Freiwilligen Feuerwehren im Rhein-Erft-Kreis — unterstützen Dich bei der konstruktiven Auseinandersetzung mit Deinem Problem und helfen Dir bei Deiner Lösungsfindung. Solltest Du ggf. weiterführende, professionelle Hilfe in Anspruch nehmen wollen, so helfen wir Dir bei der Vermittlung.
Unsere PSU-Teams bieten Einsatznachbesprechungen direkt nach dem Einsatz oder Tage später als Einzel- oder als Gruppengespräch mit den beteiligten Einsatzkräften an.
Wir stehen Dir für Beratungsgespräche - auch telefonisch und anonym zur Verfügung.
Wir wollen erreichen, dass ...
- Einsatzkräfte ihre schlimmen Erlebnisse nicht verdrängen und ihre Gefühle „runterschlucken"
- bei den Feuerwehren im Rhein-Erft-Kreis „psychische Belastungen im Einsatz" bewusst angesprochen werden.
- offen mit psychischen Belastungen umgegangen wird
- psychische Belastungen akzeptiert werden
- Angebote zur wirksamen Bearbeitung von Belastungen für alle Einsatzkräfte zur Verfügung stehen
Wir unterstützen Dich!
- Unabhängig
- ohne lange Wartezeit
- Vertraulich
- Unbürokratisch
Du erreichst uns ...
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Auch über die Kreisleitstelle kann Dir ein Ansprechpartner eines PSU-Teams vermittelt werden. Tel.:02237-92405





